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Im Ausschnitt eines Web-Relaunchs lösen wir diese Aufgabe aber nicht über die Fragestellung „was empfinden wir als State-of-the-art“. State-of-the-art beschreibt die Exzellenz im Jetzt, nicht das morgen. Das Morgen der digitalen Kommunikation wird geprägt sein von einer Vielzahl von Devices, das Übermorgen wird die Mensch-Maschine-Barriere überwinden.

Die Zukunft der Devices

Wir alle haben Notiz genommen von der Ankündigung, die Produktion der Smartphones mittelfristig einzustellen, wir alle sind Zeugen des beginnenden IoT Zeitalters. Reflexartig hinterfragen wir daher das Ablaufdatum von Responsive Webdesign. Wie werden Smart Glasses und Smart Watches lesbare Informationen ausgeben? Welche weiteren Geräte kommen hinzu? Werden Webseiten zukünftig überhaupt noch ein „Design“ haben dürfen?

Die Evolution des Webdesigns

Aller Wahrscheinlichkeit nach werden die Hardware-Anbieter lesbare Informationen über Schnittstellen auslesen und auf standardisierte Templates ihrer Devices übertragen, um die Ansteuerung und den Konsum dieser Inhalte für den Anwender auf einem hohen UX Level sicherzustellen. Das visuelle Wesen des Menschen wird sich gegen das drohende Ende des individuellen Designs zu wehren versuchen – die technische Anpassung auf unterschiedlichste Ausgabeformen wird aber unwirtschaftlich sein, höchste Zeit also sich zu fragen, welche Schlacht du schlagen willst.

Der Komfort von Responsive Design wird enden

Mit Responsive Content, also mit Einzelinformation in unterschiedlicher Ausprägung, gehen wir in die Zukunft. Das Suchergebnis der mobilen Suche wird die Bedeutung eines Webseiten-Besuchs bei weitem überragen. Die konkrete und relevante Einzelinformation in komprimierter Form wird im Zentrum des Konsums stehen. Selbst erstellte Assets wie Sprache, Bild, Bewegtbild sowie Anreicherungen über Bewertungen, Kommentare und Verlinkungen werden immer wichtiger – eigene, geschlossene Ökosysteme verlieren an Bedeutung.

Inhalte strategisch denken

Wenn wir unsere Anstrengungen und Ressourcen auf die Erstellung von Inhalten ausrichten, für unterschiedliche Kanäle und in unterschiedlich komprimierten Varianten, sowie diese (ausschliesslich selbst erstellten) Inhalte über passende Schema Markups als Grundlage für Rich Snippets strukturieren, machen wir schon heute wichtige Schritte für morgen. Wenn wir uns aber auf selbst erdachte und nicht nutzerindizierte Gliederungen unserer unveränderten Inhalte konzentrieren, bleiben wir im Gestern. Wir haben in der Vergangenheit gerne das Bild des wichtigsten Blinden – der Suchmaschine – strapaziert, uns aber im Alltag der Betreuung viel zu wenig darauf konzentriert – hier muss ein Wandel stattfinden. So wie sich Kommunikation der Relevanz verschreiben soll, muss sich technische Hintergrundarbeit zukünftig auf den Dialog mit Suchmaschinen und neuen Devices konzentrieren.

Das Ende des Webdesigns, wie wir es kennen?

Unabhängig davon, wieviel individuelles Design zukünftig stattfinden wird, die Aufwertung der Kerninformation über das Rahmendesign wird abnehmen. Attraktiv gestaltete, mittelmässige Information wird nutzlos. Gut möglich, dass dies nicht der letzte Relaunch sein wird – ziemlich sicher ist aber, dass wir beim nächsten Mal den Punkt „Webdesign“ ins Kapitel Backupfolien schieben.

Zurück ins Heute: Die Rolle des Designers

Heute dürfen wir aber noch einmal in der Sprache von Farben und Formen sprechen und weil unsere gestalterische Ausrichtung mit den zukünftigen Rahmenbedingungen kompatibel sein muss, folgen wir der Leitlinie von Antoine De Saintexupery. „Ein Designer weiss, dass er nicht die Vollkommenheit erreicht hat, wenn es nichts mehr hinzuzufügen gibt, sondern wenn man nichts mehr wegnehmen kann.“

Responsive Content: Die nächste Stufe der Anpassung

Die Idee hinter Responsive Content geht weit über die einfache Anpassung der Website-Layouts an verschiedene Bildschirmgrößen hinaus. Es handelt sich um eine tiefgreifende Veränderung in der Art und Weise, wie Inhalte konzipiert, erstellt und dargestellt werden. Responsive Content bedeutet, dass der Inhalt selbst basierend auf dem Kontext des Nutzers – wie Gerätetyp, Standort, Tageszeit oder sogar Nutzerverhalten – dynamisch angepasst wird.

In der Praxis könnte dies bedeuten, dass ein Artikel für einen Nutzer auf einem Smartphone in einer komprimierten Form mit Schwerpunkt auf Text und wichtigen Bildern präsentiert wird, während derselbe Inhalt auf einem Desktop-Computer mit interaktiven Elementen, zusätzlichen Grafiken und Videos angereichert wird. Für Träger von Smartwatches könnte der Inhalt auf Schlagzeilen und kurze Zusammenfassungen reduziert werden, ergänzt durch Sprachausgabe, um die Handhabung zu vereinfachen.

the journey from complexity to simplicity
the journey from complexity to simplicity
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Die Notwendigkeit eines Paradigmenwechsels

Diese Herangehensweise erfordert einen Paradigmenwechsel in der Content-Strategie. Content-Produzenten müssen nun von Anfang an in multiplen Dimensionen denken und planen, wie ihre Inhalte auf verschiedensten Plattformen und Geräten nicht nur zugänglich, sondern auch relevant und ansprechend gestaltet werden können. Es geht nicht mehr nur darum, Inhalte responsiv zu machen, sondern sie responsiv zu denken.

Technologische Innovationen unterstützen Responsive Content

Technologische Fortschritte in Content-Management-Systemen (CMS) und künstlicher Intelligenz (KI) bieten neue Möglichkeiten, Responsive Content effizient zu erstellen und zu verwalten. KI kann beispielsweise dabei helfen, Inhalte automatisch für verschiedene Formate und Plattformen zu optimieren und personalisierte Nutzererfahrungen zu schaffen. Die Verwendung von Rich Snippets und strukturierten Daten hilft Suchmaschinen und anderen Plattformen, den Kontext und die Bedeutung von Inhalten besser zu verstehen, was wiederum die Sichtbarkeit und Relevanz in den Suchergebnissen erhöht.

Unabhängig davon, wieviel individuelles Design zukünftig stattfinden wird, die Aufwertung der Kerninformation über das Rahmendesign wird abnehmen.

Norbert Kathriner

Fazit: Die Zukunft ist responsiv

Die Zukunft der digitalen Inhalte ist unzweifelhaft responsiv – nicht nur in Bezug auf Design, sondern auch in Bezug auf Content. Responsive Content stellt einen evolutionären Schritt dar, der die Grenzen zwischen verschiedenen Geräten und Nutzerkontexten verwischt und eine nahtlosere, personalisierte Nutzererfahrung ermöglicht. Um in dieser neuen Ära erfolgreich zu sein, müssen Content-Ersteller und Webdesigner Hand in Hand arbeiten, um Inhalte zu schaffen, die nicht nur informativ und ansprechend sind, sondern auch flexibel genug, um sich an die ständig wechselnden Anforderungen der Nutzer und Technologien anzupassen. Letztendlich wird der Erfolg in der digitalen Landschaft von der Fähigkeit abhängen, vorausschauend zu denken und sich schnell an die sich ständig ändernde Dynamik der digitalen Kommunikation anzupassen.

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